Der Geist der Pflanzen
Düfte und ihre Wirkung – Gerüche können unsere Stimmungen beeinflussen und sich auf unsere Wohlbefinden auswirken.
Wussten Sie eigentlich, dass Düfte unsere Stimmungen beeinflussen, sich auf unser Wohlbefinden auswirken und sogar heilen können? Und zwar über die Aromatherapie.
Denn in den Duftölen aus Blüten, Früchten und Hölzern steckt der „Geist“ der Pflanzen. Das wussten Heilkundige aller Epochen.
Schon die alten Ägypter, Sumerer und Römer setzten duftende Pflanzenessenzen ein. Räucherungen mit getrockneten Pflanzen, Früchten und Rinden wurden in fast allen Kulturen des Altertums zur Reinigung, als Opfer für die Götter und auch zur Behandlung von Krankheiten durchgeführt. Duftende Salben aus zerstampften Blüten dienten kosmetischen Zwecken und der Linderung diverser Beschwerden. Teilweise wurden bereits Essenzen hergestellt, die man mit Hilfe spezieller Auszugsverfahren erhielt und die unter anderem zur Herstellung von Parfümölen dienten.
„Aromachologie“ heißt die neue Wissenschaft, die sich mit den Wirkungen eines Duftes auf Körper und Psyche eines Menschen beschäftigt. Das Wort ist eine Verbindung von „Aroma“ und „Physiopsychologie“. Es handelt sich hierbei um wissenschaftliche Untersuchungen der Düfte mit dem Ziel, die Erholung von Körper und Psyche zu unterstützen und die Funktionen des Hormon- und Immunsystems zu fördern.
Handfeste naturwissenschaftliche Studien zeigen, dass Düfte tatsächlich als therapeutisch wirksame Stoffe anzusehen sind. Und zwar nicht nur über die Psyche, sondern auch durch direkte Reizung von Rezeptoren (Reiz aufnehmende Zellen). Durch Experimente wurde belegt, dass die Duftmoleküle sowohl im Blut nachgewiesen werden können als auch über den Urin wieder ausgeschieden werden und auf dem Weg durch den Körper bestimmte chemische Reaktionen auslösen – genau wie Arzneien auch.
Die psychische Wirkung tritt in Sekundenschnelle ein. Dafür sorgt die Nase mit ihren 10 Millionen Riechzellen. Ein Duftmolekül genügt und sofort wird ein Signal ausgelöst und zum Limbischen System weitergeleitet, einem Gehirnteil, der Gefühle wie Trauer, Freude und Aufregung ebenso steuert wie die Lust am Sex. Doch zum Glück sind der Manipulation mittels Aromadüften auch Grenzen gesetzt. Und das liegt daran, dass das Riechen eng an Gefühle und Erinnerungen gekoppelt ist. Der eine liebt Lavendelduft, weil der ihn an seine geliebte Oma erinnert, der andere verabscheut den Geruch, weil er unwillkürlich an seine nörgelnde Tante denken muss. Aus AstroQ 04/2007

