Richtiges Zuhören beugt Konflikten vor
Seien Sie ehrlich: Sind Sie ein guter Zuhörer? Wenn ja, dann können Sie sich glücklich schätzen, wenn nein, dann sollten Sie an sich arbeiten! Richtiges Zuhören ist eine Fähigkeit, die einen Menschen nicht nur sympathischer macht, sondern auch das Zusammenleben erheblich erleichtert! Umgekehrt ist mangelndes Zuhören oft der Grund dafür, dass Partnerschaften und Freundschaften zerbrechen oder Geschäftsbeziehungen scheitern.
Leider ist gerade diese ebenso nützliche wie wichtige Eigenschaft Mangelware – vor allem in unserer hektischen und schnelllebigen Welt. Eigentlich sollte man meinen, dass zwei Ohren ausreichen, um anderen zuhören zu können. Rein anatomisch ist das schon richtig – aber es macht einen großen Unterschied, ob man einfach nur hinhört und sich währenddessen schon überlegt, was man als nächstes sagen wird, oder ob man sich ernsthaft mit dem auseinandersetzt, was der andere sagt. Offensichtlich ist es interessanter, seine eigenen Gedanken zum Ausdruck zu bringen, als sich konzentriert in die Lage des anderen zu versetzen.
Man unterscheidet zwei Arten von schlechten Zuhörern. Da sind einerseits die „Referenten“, die endlose Monologe halten und ihr Gegenüber grundsätzlich nicht zu Wort kommen lassen, und andererseits die „Abwesenden“, die zwar nicht ununterbrochen reden, aber ihr Desinteresse an dem Gesagten deutlich zur Schau stellen, indem sie sich bereitwillig vom Geschehen in ihrer Umgebung ablenken lassen. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Egozentrik, Desinteresse, ein Mangel an Konzentration, aber auch die Angst vor zu viel Nähe.
Wer richtiges Zuhören erlernen möchte, sollte damit beginnen, die Ausführungen seines Gegenübers mit eigenen Worten zu wiederholen. Das bietet ihm auch die Möglichkeit, auf das einzugehen, was der Sprecher zwischen den Zeilen zum Ausdruck bringen möchte. Die Reaktion des Gegenübers zeigt, ob man denjenigen richtig verstanden hat.
Zwischenfragen verstärken den Eindruck vorhandenen Interesses, während man Bewertungen des Erzählten vermeiden sollte: Der Sprecher braucht einen Zuhörer, keinen Punkterichter. Außerdem sollte man nicht ständig einen „guten Rat“ aus dem Hut zaubern – das wirkt besserwisserisch und ist nur selten hilfreich!
Mehr im Artikel Aktives Zuhören aus Astroblick Februar 2005

