Gibt es den Jungbrunnen? Anti-Aging Teil 2

Mit gezielten Anti-Aging-Maßnahmen können Sie dem Alterungsprozess ein Schnippchen schlagen!

Während wir den ersten Teil dieses Artikels jenen Maßnahmen widmeten, die schon Menschen unter 45 in Angriff nehmen sollten, so beschäftigen wir uns diesmal mit dem Anti-Aging-Programm der Altersgruppe über 45. Wer diesen Wendepunkt überschreitet, hat zwar statistisch gesehen noch gut 40% seines Lebens vor sich, sollte sich aber langsam mit der Tatsache anfreunden, dass die Leistungskurve seines Körpers unaufhaltsam nach unten zeigt. Dieser Trend ist auch nicht mehr zu stoppen – sehr wohl aber zu bremsen. Dabei muss eines klar sein: Wem bis jetzt Anti-Aging-Maßnahmen zu mühselig waren, der wird sich von nun an erst recht am Riemen reißen müssen, denn mit zunehmendem Alter müssen wir unsere Bemühungen intensivieren und dem Projekt „Jungbrunnen“ immer mehr Zeit widmen.

Spätestens mit Mitte 40 fällt endgültig die Entscheidung, ob man 30 Jahre später jugendlich aussieht und körperlich fit ist oder ob man alt und gebrechlich wirkt. Wenden wir uns auch diesmal wieder als erstes der Haut zu: Wer auf die 50 zugeht, dessen Haut besitzt bereits um bis zu 20% weniger Kollagenfasern und deutlich weniger Elastizität als in den Jugendjahren.
Die Folge sind schon längst nicht mehr kleine Fältchen, sondern bereits deutlich sichtbare Falten, Tränensäcke und Schlupflider. Dagegen helfen so genannte Lifting-Cremes sowie straffende und Feuchtigkeit spendende Cremes und Gesichtsmasken, die ganz besonders um die Augenpartie aufgetragen werden müssen. Diese Cremes sollten die Vitamine A und C sowie Phytohormone, welche die Bildung von Kollagen fördern, und Hyaluronsäure, welche die Feuchtigkeit bindet, enthalten. Auf keinen Fall darf man die Haut austrocknen lassen!
Ein nicht minder unangenehmer Effekt des Alterungsprozesses ist die langsamer werdende Erneuerung der Oberhaut. Da sich dadurch mehr abgestorbene Zellen und Hornschuppen an der Oberfläche ansammeln, erhält die Haut einen fahlen, stumpfen, bisweilen sogar fleckigen Teint. Dagegen hilft nur ein regelmäßiges Peeling. Auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle für den Charakter der Haut: Fett, Zucker und scharfe Gewürze lassen sie wesentlich rascher altern. Vor allem aber sollte man die Sonne meiden: Das Sonnenlicht macht die Haut lederartig und verstärkt die Faltenbildung!
In fortgeschrittenem Alter treten auch die gefürchteten Altersflecken auf. Diese bestehen aus Pigmenten, die vom Körper nicht mehr regelmäßig abgebaut werden und sich in der Haut anlagern. Neben diesen Pigmentflecken sorgen auch dicht unter der Haut liegende Gefäße für unerwünschte Maserungen. Wirklich los wird man weder das eine noch das andere – man kann aber den Prozess verlangsamen, indem man die Sonne meidet und der Haut besonders viel Feuchtigkeit zuführt.
Wenn sie die 45 überschritten haben, so werden bei vielen Frauen und bei noch mehr Männern die Haare – so noch vorhanden – endgültig dünner und spärlicher. Zwar konnte die Pharmaindustrie in den letzten Jahren erstaunliche Erfolge auf dem Gebiet der Haarwuchspräparate erzielen, ein Wundermittel gibt es aber nach wie vor nicht.
Spätestens mit Mitte 40 mehren sich auch die früher vereinzelt auftretenden grauen Haare. Eigentlich wird das Haar ja nicht grau, sondern weiß, weil es seine Farbpigmente verliert: Grau erscheint es nur, weil es sich – von der Ferne betrachtet – mit den noch vorhandenen dunkleren Haaren mischt. Gegen das Ergrauen ist nun leider kein Kraut gewachsen, hier kann man nur mit Farbe nachhelfen, wobei eine Tönungswäsche dem radikalen Färben vorzuziehen ist.
Die Haare verfärben sich nicht nur, sondern verlieren durch die altersbedingte schlechtere Versorgung mit Nährstoffen auch massiv an Glanz und Spannkraft. Dem kann man mit Aufbauhilfen entgegenwirken, die Keratin und Pantolacton enthalten. Zusätzlich sind direkte Sonneneinstrahlung, Schwimmen in Chlorwasser und Shampoos mit starken Duftstoffen zu meiden. Um die Kopfhaut elastisch zu halten, sollte man nicht nur nach Möglichkeit auf das Föhnen verzichten, sondern die Kopfhaut auch täglich massieren – am besten mit einem durchblutungsfördernden Präparat.
Ab Mitte 40 lässt auch die Hormonproduktion des Körpers nach und bei Frauen leitet die verringerte Produktion von Östrogenen die Wechseljahre ein. Gerade diese Sexualhormone sind es aber, die für eine straffe Haut und kräftige Haare sorgen. In besonders krassen Fällen besteht die Möglichkeit, dem Östrogenmangel durch künstliche Hormone entgegenzuwirken – dies kann aber nur unter ärztlicher Anleitung durchgeführt werden. Auch die Ernährung kann den Ausfall der Hormonproduktion bremsen: Hier empfehlen sich vor allem Weizenkeime, Kürbiskerne, Sojaprodukte und grüner Tee. Und nicht zuletzt kann man diesen Prozess durch viel Schlaf, mäßigen Alkoholkonsum und völligen Nikotinverzicht verlangsamen.
Je mehr Lenze man zählt, desto mehr muss man auch auf sein Gewicht achten, denn umso leichter verwandelt der Körper Nährstoffe in Fettpolster. Am einfachsten kann man dem entgegenwirken, indem man weniger isst: Der Körper verbrennt weniger Kalorien als früher, also muss man auch weniger essen als früher! Für den Rest seines Lebens eine Diät zu halten, wäre übertrieben – eine Grundregel könnte man aber beherzigen: weniger Fett, weniger Zucker, weniger Kohlehydrate und dafür mehr leicht verdauliches Eiweiß, mehr Obst und mehr Gemüse!
Neben der Ernährung bildet die Bewegung natürlich das zweite Standbein im Kampf gegen die Pfunde. In fortgeschrittenem Alter sollte man sich langsam aber sicher vom Wettbewerbsdenken verabschieden und schonenden Ausdauersportarten zuwenden. Schwimmen, Nordic Walking, Laufen, Radfahren oder Golf – und im Winter Skilanglauf und Gymnastik – würden sich diesbezüglich besonders anbieten. Am besten verwendet man ein Pulsmeter und achtet darauf, dass sich der Puls bei 110 bis 120 einpendelt.
Zu guter Letzt sei noch eindringlich darauf hingewiesen, dass nicht nur unser Körper einem Alterungsprozess unterworfen ist, sondern auch unser Geist. So wie all die beschriebenen Maßnahmen helfen, das physische Altern hinauszuzögern, muss man auch intensiv daran arbeiten, dem psychischen Aging entgegenzuwirken. Man kann auch das Gehirn nur fit halten, wenn man es ständig trainiert. Solange man im Arbeitsprozess integriert ist, reicht dies zumeist als geistige Herausforderung. Nach dem Pensionsantritt ist es aber immens wichtig, seinen Geist durch Lesen, Rätsellösen, Merkspiele und nicht zuletzt durch die Kommunikation mit anderen Menschen wach zu halten!

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